Juni 11, 2020

Hypnose und Kontrollverlust – „Verliere ich in Hypnose die Kontrolle über mich?“ – Teil 2

Lesezeit: ca. 2 Minuten

Hier kann ganz schnell mit diesen falschen Vorstellungen aufgeräumt werden. Hypnose ist tatsächlich hoch wirksam, allerdings ist die Arbeit mit Patienten und Klienten doch etwas anders als in der weitverbreiteten Vorstellung und man legt nicht einfach einen Hebel um oder drückt auf den richtigen Knopf.

Vampire gibt es in dieser Form nicht.

Die Showhypnose ist Wirklichkeit. Sie ist kein Betrug.

Entspannung als ein Weg zur Trance

Wer z.B. Vorerfahrungen durch Meditation, Yoga, autogenes Training hat, ist eindeutig besser geeignet, Trance-Phänomene entstehen zu lassen als andere. Ich möchte das Thema Kontrolle und Kontrollverlust hier wieder aufgreifen. Oft tritt über Entspannung, die gerne als Einstieg in eine Trance genommen wird, in einer Hypnose relativ schnell ein körperliches Dissoziationsgefühl auf. Hierbei handelt es sich um das Gefühl, dass sich der Geist etwas vom Körper trennt, einfach dadurch, dass der Körper immer inaktiver wird, der Geist bzw. das Bewusstsein aber klar und wach ist. Es ist fast so, als würde der Körper schlafen, aber der Geist nicht. Das wissen Personen, die mit o. g. Methoden Erfahrung haben. Es ist eine sehr ungewöhnliche Erfahrung und es ist von Bedeutung, wie man damit umgeht. Dies ist eine Frage der Arbeitsweise.

Der „Kontrollverlust“ ist vermeidbar

Wenn ich als Hypnosetherapeut diese Wahrnehmung dahin gehend für den Klienten oder Patienten deute, dass er nunmehr die Kontrolle verloren hätte, dann wäre das bestimmt einleuchtend. Man nimmt gerade für ganz neue Erfahrungen schnell angebotene Erklärungen an. Andererseits wäre das eine reine Suggestion, die auf das ganz natürlich aufgetretene Körperempfinden (die Dissoziation) aufgesetzt wird. Meine Erfahrung ist aber, dass jede Person, die als Dissoziation empfundene, leichte Trägheit und Passivität des Körpers jederzeit überwinden kann. Es gibt noch einen weiteren Punkt, bei dem man das Gefühl bekommen könnte, man hätte keine Kontrolle mehr. Das ist der Bereich der sogenannten hypnotischen Sprachmuster. Ein sehr einfaches Beispiel für Sprachmuster, und ich denke auch in Nicht-Fachkreisen bekannt, ist das Negativ-Sprachmuster: „Denken Sie jetzt nicht an einen rosa Elefanten.“ Das scheint wenig hypnotisch zu sein, also füge ich hinzu:„… bemühen Sie sich bloß nicht, in Trance zu gehen.“

Hier werden Mechanismen in unserer Sprach- und Denkstruktur benutzt, die hypnotische Reaktionen hervorrufen, die uns so erscheinen, als hätten wir keine bewusste Kontrolle über unsere Gedanken und Empfindungen. Was passiert hier? Teil 3 folgt in ein paar Tagen.

Stephan Albrecht

Stephan Albrecht absolvierte ein Studium der Soziologie und Psychologie an der Universität Hamburg (Magisterabschluss). Er ist u.a. Heilpraktiker für Psychotherapie. Am Milton Erickson Institut in Hamburg hat er seine erste psychotherapeutische Fortbildung abgeschlossen. Ab dem Jahr 2009 unterrichtet Stephan Hypnosetherapie für Ärzte, Heilpraktiker und Coaches an verschiedenen Ausbildungsinstituten. Aktuell unterrichtet er als Fachdozent an der Grünen Schule in Hamburg. Er ist als Coach unter www.der-richtige-coach.de und als Supervisor unter www.supervision-nord.de zu erreichen. Aktuell bietet er seine Audio-Hypnose exklusiv unter www.achtung-hypnose.de an.

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