Mai 28, 2020

Hypnose in der öffentlichen Wahrnehmung

Lesezeit: ca. 2 Minuten

Die Sicht der Öffentlichkeit

Die Wahrnehmung von Hypnose in der Öffentlichkeit scheint immer noch sehr eindimensional zu sein. Hypnose ist mysteriös, wenn man überhaupt an ihre Existenz glaubt. Viele Menschen kennen Hypnose nur durch das Fernsehen oder durch Showhypnose, aus dem Theater oder Varietee. Die Anwendung im therapeutischen Bereich ist weitestgehend unbekannt. Schaut man sich die Suchanfragen auf Google an, stellt man schnell fest, dass sich Hypnose vor allen Dingen im Zusammenhang mit Raucherentwöhnung und dem Abnehmen im öffentlichen Bewusstsein festgesetzt hat.

Macht über andere?

Ebenfalls stellt man fest, wenn man sich Zeitungsartikel aus den letzten Jahren angeschaut, dass in Deutschland Hypnose an und für sich in einem sehr machtvollen Zusammenhang benutzt wird. Wer Hypnose anwendet hat Macht über andere. Es scheint der Eindruck entstanden zu sein, dass man mit Hypnose etwas mit Gewalt durchsetzen kann. Im englisch-sprachigen Raum werden Verben wie „to hypnotize“ oder „to messmerize“ (von Anton Messmer abgeleitet) häufig benutzt und haben keinen anrüchigen Klang. Das ist im deutschsprachigen Raum noch anders.

Achtung: Vampire

In der Literatur und im Film kommt Hypnose auch schon länger vor. Hypnose ist eine praktische Fähigkeit, die z.B. in der Literatur Vampire beherrschen. Sie benutzen Hypnose, um ihre Opfer willenlos zu machen. Aus meiner eigenen Erfahrung weiß ich, dass Hypnose oft als das letzte Mittel angesehen wird. Hypnose wird also nur bei ganz hartnäckigen Problemen benötigt. Warum das wieder im Zusammenhang mit der Raucherentwöhnung oder dem Abnehmen steht scheint offensichtlich: Beim Rauchen und beim Essen handelt es sich um sehr hartnäckige und starre Verhaltensmuster. Der Zusammenhang mit psychotherapeutischer Arbeit scheint hier leider nicht vorhanden zu sein. Möglicherweise betont die Vorstellung von Hypnose hier eine Konsumhaltung: Man geht irgendwohin, dort wird ein Hebel umgelegt und dann ist man ein neuer Mensch. Der Hypnotiseur muss nur machtvoll genug sein. Es ist quasi ein psychischer Eingriff von dem man, dank Trance & Hypnose, nichts mitbekommt und nach dem man sein Leben normal weiter leben kann, als ob nichts gewesen wäre. Man raucht halt nur nicht mehr oder hat plötzlich sein Idealgewicht. Diese Wahrnehmung scheint sich stark an den Showhypnose-Erfahrungen der achtziger und neunziger Jahre zu orientieren.

Jeder Hypnose ist Selbsthypnose

Aus meiner Praxis weiß ich, dass jede Hypnose eine Selbsthypnose ist, und das bedeutet, dass sich niemand gegen seinen Willen hypnotisieren lassen kann. Sollte ich dazu andere Erkenntnisse erlangen…lass ich es euch wissen.

Stephan Albrecht

Stephan Albrecht absolvierte ein Studium der Soziologie und Psychologie an der Universität Hamburg (Magisterabschluss). Er ist u.a. Heilpraktiker für Psychotherapie. Am Milton Erickson Institut in Hamburg hat er seine erste psychotherapeutische Fortbildung abgeschlossen. Ab dem Jahr 2009 unterrichtet Stephan Hypnosetherapie für Ärzte, Heilpraktiker und Coaches an verschiedenen Ausbildungsinstituten. Aktuell unterrichtet er als Fachdozent an der Grünen Schule in Hamburg. Er ist als Coach unter www.der-richtige-coach.de und als Supervisor unter www.supervision-nord.de zu erreichen. Aktuell bietet er seine Audio-Hypnose exklusiv unter www.achtung-hypnose.de an.

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